Nach viel Geschrei ließen wir also eine handvoll Leute zurück (mit zwei Stunden Verspätung) und wähnten uns schon glücklich als auf halbem Weg nach Europa der Pilot verkündete wir hätten ein technisches Problem: Wir verloren Hydraulikflüssigkeit und würden es lieber nicht riskieren bis nach Kopenhagen zu fliegen. Deshalb eine unplanmäßige Zwischenlandung in Island für Reparaturen. Die "kurzen" Reparaturen stellten sich dann als große Reparaturen heraus und man kündigte uns mindestens zwei Stunden Wartezeit an. Ich hatte schon fast damit gerechnet diese wie im Bild gezeigt verbringen zu können. Doch daraus wurde leider nichts! Ein baugleiches Flugzeug war in Reykjavik vor Irene versteckt worden! Dieses war in nur einer Stunde startklar, so dass wir mit nur 6 Stunden Verspätung in Kopenhagen gelandet sind. Ohne Bad :-(
Ihr könnt euch vorstellen, dass ich nach weiteren 90 Minuten im Zug und insgesamt 30 Stunden auf Achse ziemlich fertig war, doch die liebevolle Begrüßung von Susanna und unserer ersten Dänemark-Gäste (jedenfalls solcher die nicht als Umzugshelfer eingestuft wurden) machte mich kurzfristig wieder munter :-) Das Dänemark Wetter war zwar nicht gerade das beste (wir hörten von den 37° in Deutschland), aber zumindest der Sonntag lieferte brauchbares Wetter, so dass wir Paula-Jo und Jürgen auf eine Fahrradtour nach Kerteminde entführen konnten. Es gelang uns trocken am Strand anzukommen und uns bei Regen das Mittagessen schmecken zu lassen, bevor die Sonne wieder herauskam und wir beschlossen schwimmen zu gehen! Ja richtig, wir meinten es ernst und wollten ins kalte Nass. Ein erneuter Regenschauer hat es uns zwar erst einmal wieder vermiest, doch im zweiten Anlauf gingen wir alle zusammen ins kühle Nass. Ich fand es ganz angenehm, Susanna wohl nicht so sehr :-) Belohnt haben wir uns mit dem wohl leckersten Eis Dänemarks, bevor wir uns auf den Rückweg gemacht haben. Auch dort blieben wir größtenteils trocken, denn ein Gewitter auf halbem Wege konnten wir in der Holzhütte eines kleinen Spielplatzes aussitzen. Der offizielle Fahrradweg zurück nach Odense entpuppte sich als geschickt getarnter Schlangenpfad, der die Gesamtstrecke locker verdoppelte und schon an unseren Kräften zehrte. Doch am Abend beim Italiener war dann alles wieder gut und wir konnten uns die Pizza in Mamma's richtig schmecken lassen. Am Montag Abend haben unsere Gäste uns wieder verlassen uns wir müssen an dieser Stelle sagen, dass es uns sehr gefreut, dass sie da waren! Schön so schön war die Zeit! Wir hoffen ihr kommt wieder und dass auch andere die lange Reise einmal auf sich nehmen um die leckeren Hot Dogs in Odense und das leckere Eis in Kerteminde zu kosten!
Mit der Abreise unseres Besuchs hat uns die Realität der Bürokratie natürlich schnell wieder eingeholt. Doch wir können an dieser Front mittlerweile einige Fortschritte verkünden! So haben wir nun endlich die berühmte CPR Nummer (und zählen als echte Menschen in Dänemark). Die Sozialversicherungskarte ist unterwegs, ein Konto ist eröffnet, die Dankort ist da (EC-Karte) und auch das erste Gehalt wurde ausbezahlt (jedenfalls größtenteils). Ich kann euch sagen es macht bei dem Umrechnungskurs zwar keinen Spaß einzukaufen, aber das Gehalt in Kronen und dazu noch in bar vorgezählt zu bekommen ist ein echtes Highlight. Hapern tut es auch noch mit ein paar Dingen, allen voran mit der Jobfindung für Susanna, dem Beginn des Sprachkurses, der Anmeldung im Fitnessstudio (wir haben aber schon zwei mal Probetraining mit Muskelkatergarantie machen dürfen) und mit der Installation einer Klingel, was dazu führt, dass Pakete wieder abtransportiert werden, obwohl Susanna daheim ist. Apropos Post, an dieser Stelle ein großes Dankeschön an all die vielen schönen Postkarten, die wir bekommen haben. Es tut gut und freut uns sehr, dass ihr so zahlreich an uns denkt!
An dieser Stelle muss ich nun leider aufhören. Nicht weil aus dem Blog sonst ein Buch wird, sondern weil Susanna sagt, dass ihre Füße kalt sind und ich sie wärmen muss. Dazu bekam ich den Hinweis, dass sie kälter werden je länger ich sie warten lasse. Ich kann nur sagen, dagegen war schwimmen in der Ostsee richtig warm, ihr entschuldigt also! Ach, hier noch ein Bild für euch. Das Highlight vom vergangenen Wochenende, WAFFELN :-) Und diejenigen die Susanna kennen wissen was das heißt.
Bis bald! Viele Grüße, auch von der schreibfaulen Susanna! Euer Markus

Hey ihr zwei,
AntwortenLöschenschön war's bei euch. Wir kommen gern mal wieder vorbei. Dann aber bisle länger...
Viele Grüße aus dem Süden
Jürgen