Samstag, 3. Dezember 2011

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt!

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier-hundert, dann steht das Christkind vor der Tür. So oder so ähnlich sehen das wohl die Stadtväter von Odense. Im Kampf gegen dunkle Nächte und Tage (Sonnenaufgang ca. 8.30 Uhr, Sonnenuntergang ca. 15.50 Uhr) wurden hier nämlich Grünflächen überall in der Stadt mit solchen wunderschönen Fackelkreisen ausgestattet, die jeden Tag die Wegfindung etwas erleichtern. Außerdem ist in Odense dieses und nächstes Wochenende Weihnachtsmarkt, so dass viele Lichterketten die Innenstadt schmücken. Wir kommen hoffentlich noch dazu uns das anzuschauen, leider macht uns derzeit das Wetter einen Stricht durch die Rechnung. Regen und starke Winde. Ekliges Wetter muss man sagen. Was uns jeden Tag ein bisschen aufheitert sind unsere Adventskalender. Zu den Adventskalendern von unseren Eltern kamen letzte Woche noch zwei dazu:



So haben wir jetzt jeden Tag eine Menge auszupacken und zum Schmunzeln. Wir wundern uns schon, ob es zwischen PJo und Käthe eine Absprache gab: Im Tütchen von PJo ist ein Teelicht, im Tütchen von Käthe ein Teelichthalter. Zufall? Wir denken nicht!

Gestern war außerdem die erste dänische Weihnachtsfeier, die ich besuchen durfte. Jule-frokost heißt das hier. Jule bedeutet Weihnachten und frokost Mittagessen. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, weshalb Mittagessen??? Ist aber kein Übersetzungsproblem. Angefangen hat das Testament an die Ausdauer der Dänen schon um 13 Uhr. Die besondere Herausforderung: Genug zu essen, dass man auch abends über die Runden kommt. Die Vorspeise bestand fast ausschließlich aus Fisch, den man auf deutschen Weihnachtsfeiern ja eher am Rande sieht. Es gab Lachs in verschiedenen Varianten, panierten Fisch, Shrimps und und und. Merry Fishmas!

Nach einem 1-stündigen Resumée des Institutsleiters über das vergangene Jahr und der Ehrung der besten Mitarbeiter gab es den Hauptgang, ein kaltes Buffet mit Braten (Rind, Schwein), Leberpastete, Kartoffeln, Rotkohl, Spinat und einer Art Apfelauflauf. Erinnerte mich mehr oder weniger an norddeutsche Küche, also jedenfalls nicht so verschieden wie ich gedacht hatte.

Zum Nachtisch gab es Milchreis und hier kommt eine dänische Tradition ins Spiel. Der Milchreis ist mit Mandelsplittern und in nur 4 von über 100 Milchreisbechern fand sich am Boden eine ganze Mandel. Wer diese findet bekommt ein Geschenk. Als Milchreisfan hab ich natürlich "mehrere Lose" vertilgt, jedoch kein Glück gehabt. Eine andere Tradition ist der jule schnapps. Jeder Tisch bekommt eine Flasche Schnapps, die solange die Runde macht bis sie leer ist. Das war vor dem ersten Gang und damit auf leerem Magen und geht erstaunlich schnell. Unterm Strich waren die Leute aber längst nicht so betrunken, wie man mich vorher glauben machen wollte. Insgesamt eine sehr nette Sache so eine Weihnachtsfeier. Ich bin gespannt auf die nächste am 16., die dann in etwas kleinerem Rahmen statt findet.

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